1924
Über die HSG

Ein Verein. Drei Anläufe. Eine Halle, die alle erkennt.

Gegründet 1924 in einer Gaststätte. 1944 stillgelegt. 1947 in einem britisch genehmigten Antrag wiederbelebt. 1998 fusioniert. Was geblieben ist: derselbe Hallengeruch, dieselben Familiennamen auf den Trikots, dieselbe Frage am Sonntagmorgen — wer fährt mit?

Selbstverständnis

Wir sind kein Sportverein, der nebenbei eine Gemeinde ist.

Wir sind eine Gemeinde, die nebenbei Handball spielt. Das ist kein Witz, sondern eine Aussage über Reihenfolge: bei der HSG Stromberg-Auen kennen sich die Trommlerinnen, die Halleneltern, die Schiedsrichterausbildung und die Sponsoren persönlich. Jeder zweite Funktionär hat ein Kind in einer der Jugendmannschaften. Das funktioniert — und es ist anstrengend.

Sportlich tritt die Herren 1 in der Oberliga Westfalen an, die Damen 1 in der Verbandsliga, die männliche A-Jugend in der JBOL. Strukturell halten wir uns an drei Sätze: Wir bezahlen niemanden. Wir bleiben in der Halle. Wir geben den Ball weiter.

Im Vereinsregister stehen 412 Namen. In der Halle sind es an Heimspielwochenenden zwischen 380 und 824 — letzteres bei Derbys gegen TuS Niederbergheim oder TV Bissendorf-Holte. Dazwischen liegen 102 Jahre, eine Halle, eine Fusion und ein Mittwoch-Abend-Trommlerkreis, der 2003 begann und nie wieder aufgehört hat.

102 Jahre, kurz erzählt

Zehn Daten,
die noch jemand erzählt.

Wir machen kein Heimatmuseum. Aber wer im Sommer in der Auenhalle steht, geht an einer Tafel mit elf Namen vorbei — und sollte wissen, wieso sie dort hängt.

1924
— Gründung

Am 18. Juni 1924 gründen 27 junge Männer aus Stromberg im Hinterzimmer der Gaststätte „Zur Linde" die Handballabteilung des TV Stromberg. Gespielt wird im Freien, auf der Schulwiese, mit zwei Birkenpfählen als Tor.

1936
— Westfalenmeister

Die Großfeld-Herren werden Westfalenmeister im Feldhandball. Trainer ist der Volksschullehrer Heinrich Kremper, der sieben Spieler aus seiner eigenen Klasse aufstellt.

1944
— Spielbetrieb eingestellt

Der Verein wird stillgelegt. Elf der gemeldeten 24 Aktiven kehren nicht aus dem Krieg zurück. Eine Gedenktafel hängt heute neben der Schiedsrichterkabine.

1947
— Neugründung

Mit Genehmigung der britischen Militärregierung am 4. Mai 1947 neu gegründet. Spielfeld bleibt zunächst die Schulwiese — Tornetze sind aus alten Fischernetzen zusammengeknotet.

1962
— Eintritt in den Hallenhandball

Bau der ersten Holztribüne im alten Saal der Gaststätte Brackmann. Der Wechsel auf das 7er-Spiel kostet zwei Saisons — dann gewinnt die Herren 1 ihre erste Kreismeisterschaft.

1978
— Erste Verbandsliga

Damen 1 unter Trainerin Hannelore Sandbothe schaffen den Sprung in die Verbandsliga. Es ist die erste reine Frauenmannschaft im Kreis Soest, die so weit oben spielt.

1998
— Fusion zur HSG

Der TV Stromberg 1924 und der SV Auen 1949 fusionieren zur HSG Stromberg-Auen. Es wird zwei Jahre über die Vereinsfarben gestritten — bis Marineblau und Orange beschlossen werden, weil sie sonst niemand im Kreis hatte.

2009
— Neue Auenhalle

Eröffnung der heutigen Auenhalle an der Strombergstraße 12. Tribüne aus heimischer Eiche, gebaut von Auen Bau GmbH, deren Geschäftsführer selbst zwei Söhne in der Jugend hatte.

2019
— Aufstieg Oberliga Westfalen

Herren 1 steigen unter dem Trainerduo Lars Brinkmann / Andrei Popescu in die Oberliga Westfalen auf — nach einem 32:31 in Brakel, drei Sekunden vor Schluss.

2024
— 100 Jahre HSG

Drei-Tage-Festwoche mit 4.200 Gästen, einem Showspiel gegen die Old-Stars von Lemgo und Stefan Kretzschmar als Gast bei der Talkrunde im Festzelt.

Vier Sätze, an die wir uns halten

Kein Leitbild. Vier Sätze.

01
— Grundsatz

Wir trainieren mit jedem.

Niemand wird vor dem dritten Training nach Hause geschickt. Keine Auswahl an Tag eins. Kein Probetraining mit Aussortierung. Wer drei Wochen kommt, gehört zu einer Mannschaft.

02
— Grundsatz

Wir bezahlen niemanden.

Keine Spielgehälter, keine Aufwandsentschädigungen oberhalb der Spritkosten. Wer bei der HSG spielt, ist hier — nicht bei uns angestellt. Das hat uns zweimal Aufstiege gekostet. Wir bleiben dabei.

03
— Grundsatz

Wir bleiben in der Halle.

Geschäftsstelle, Vorstandssitzung, Vereinsfeier, Trauerfeier — alles findet in oder neben der Auenhalle statt. Wer den Verein sucht, kommt mittwochs ab 17 Uhr durch die Hallentür.

04
— Grundsatz

Wir geben den Ball weiter.

Jede Mannschaft stellt eine Trainerin oder einen Trainer für eine jüngere Altersklasse. Wer in der Damen 1 spielt, übernimmt eine D-Jugend. Wer aufhört, bleibt zwei Jahre im Übungsleiter-Pool.

Der Vorstand

Fünf Menschen,
erreichbar im Hallenflur.

Geschäftsstelle: Mi 17–19 Uhr · Auenhalle
KB
seit 2021
1. Vorsitzende

Karla Brinkmann

Bauingenieurin · Stadtwerke Geseke

Spielte selbst von 1994–2008 in der Damen 1 (Rückraum links). Vorsitzende seit 2021. Trifft sich am liebsten am Mittwoch im Hallenflur.

TW
seit 2019
2. Vorsitzender

Tobias Wedemeyer

Steuerberater · Wedemeyer & Partner

Drei Kinder, alle in der HSG-Jugend (E, C, B). Verantwortlich für Sponsoring und Vereinsfinanzen. Schreibt im Vereinsheft die Glosse „Aus der Box".

IK
seit 2017
Schatzmeisterin

Insa Köster

Apothekerin · Linden-Apotheke Geseke

Hat den Verein 2017 bilanztechnisch saniert. Trinkt Kaffee schwarz, redet ungern über Zahlen außerhalb der Mitgliederversammlung.

MD
seit 2020
Sportlicher Leiter

Mehmet Demir

Sportlehrer · Brückenschule Stromberg

Spielte zehn Jahre Bezirksliga, davon vier in Belek (TR). Verantwortet Trainerakademie und Spielerentwicklung — und das Auswärts-Catering.

FS
seit 2022
Jugendkoordination

Friederike Salm

Lehrerin · Edith-Stein-Gymnasium Geseke

Koordiniert neun Jugendmannschaften und zwei Schulkooperationen. Hat den Begriff „Eltern-Kompass" eingeführt — und durchgesetzt.

— Beirat & Ältestenrat

Sieben weitere Stimmen, die mit am Tisch sitzen.

Vertreter:innen aus Jugend, Schiedsrichterwesen, Halle, Senioren, Förderverein und Stadtsport. Treffen monatlich, lesen alle Protokolle.

Liste der Beiräte
Ehrenamt 2026

Wir suchen 2 Menschen für die Schiedsrichterausbildung und 1 für die Hallensprecher-Rotation.

Aufwandsentschädigung nach Tabelle, Ausbildung übernimmt der Verein, Mentor:in für die ersten zehn Spiele inklusive.