Karla Brinkmann
Spielte selbst von 1994–2008 in der Damen 1 (Rückraum links). Vorsitzende seit 2021. Trifft sich am liebsten am Mittwoch im Hallenflur.
Gegründet 1924 in einer Gaststätte. 1944 stillgelegt. 1947 in einem britisch genehmigten Antrag wiederbelebt. 1998 fusioniert. Was geblieben ist: derselbe Hallengeruch, dieselben Familiennamen auf den Trikots, dieselbe Frage am Sonntagmorgen — wer fährt mit?
Wir sind eine Gemeinde, die nebenbei Handball spielt. Das ist kein Witz, sondern eine Aussage über Reihenfolge: bei der HSG Stromberg-Auen kennen sich die Trommlerinnen, die Halleneltern, die Schiedsrichterausbildung und die Sponsoren persönlich. Jeder zweite Funktionär hat ein Kind in einer der Jugendmannschaften. Das funktioniert — und es ist anstrengend.
Sportlich tritt die Herren 1 in der Oberliga Westfalen an, die Damen 1 in der Verbandsliga, die männliche A-Jugend in der JBOL. Strukturell halten wir uns an drei Sätze: Wir bezahlen niemanden. Wir bleiben in der Halle. Wir geben den Ball weiter.
Im Vereinsregister stehen 412 Namen. In der Halle sind es an Heimspielwochenenden zwischen 380 und 824 — letzteres bei Derbys gegen TuS Niederbergheim oder TV Bissendorf-Holte. Dazwischen liegen 102 Jahre, eine Halle, eine Fusion und ein Mittwoch-Abend-Trommlerkreis, der 2003 begann und nie wieder aufgehört hat.
Wir machen kein Heimatmuseum. Aber wer im Sommer in der Auenhalle steht, geht an einer Tafel mit elf Namen vorbei — und sollte wissen, wieso sie dort hängt.
Am 18. Juni 1924 gründen 27 junge Männer aus Stromberg im Hinterzimmer der Gaststätte „Zur Linde" die Handballabteilung des TV Stromberg. Gespielt wird im Freien, auf der Schulwiese, mit zwei Birkenpfählen als Tor.
Die Großfeld-Herren werden Westfalenmeister im Feldhandball. Trainer ist der Volksschullehrer Heinrich Kremper, der sieben Spieler aus seiner eigenen Klasse aufstellt.
Der Verein wird stillgelegt. Elf der gemeldeten 24 Aktiven kehren nicht aus dem Krieg zurück. Eine Gedenktafel hängt heute neben der Schiedsrichterkabine.
Mit Genehmigung der britischen Militärregierung am 4. Mai 1947 neu gegründet. Spielfeld bleibt zunächst die Schulwiese — Tornetze sind aus alten Fischernetzen zusammengeknotet.
Bau der ersten Holztribüne im alten Saal der Gaststätte Brackmann. Der Wechsel auf das 7er-Spiel kostet zwei Saisons — dann gewinnt die Herren 1 ihre erste Kreismeisterschaft.
Damen 1 unter Trainerin Hannelore Sandbothe schaffen den Sprung in die Verbandsliga. Es ist die erste reine Frauenmannschaft im Kreis Soest, die so weit oben spielt.
Der TV Stromberg 1924 und der SV Auen 1949 fusionieren zur HSG Stromberg-Auen. Es wird zwei Jahre über die Vereinsfarben gestritten — bis Marineblau und Orange beschlossen werden, weil sie sonst niemand im Kreis hatte.
Eröffnung der heutigen Auenhalle an der Strombergstraße 12. Tribüne aus heimischer Eiche, gebaut von Auen Bau GmbH, deren Geschäftsführer selbst zwei Söhne in der Jugend hatte.
Herren 1 steigen unter dem Trainerduo Lars Brinkmann / Andrei Popescu in die Oberliga Westfalen auf — nach einem 32:31 in Brakel, drei Sekunden vor Schluss.
Drei-Tage-Festwoche mit 4.200 Gästen, einem Showspiel gegen die Old-Stars von Lemgo und Stefan Kretzschmar als Gast bei der Talkrunde im Festzelt.
Niemand wird vor dem dritten Training nach Hause geschickt. Keine Auswahl an Tag eins. Kein Probetraining mit Aussortierung. Wer drei Wochen kommt, gehört zu einer Mannschaft.
Keine Spielgehälter, keine Aufwandsentschädigungen oberhalb der Spritkosten. Wer bei der HSG spielt, ist hier — nicht bei uns angestellt. Das hat uns zweimal Aufstiege gekostet. Wir bleiben dabei.
Geschäftsstelle, Vorstandssitzung, Vereinsfeier, Trauerfeier — alles findet in oder neben der Auenhalle statt. Wer den Verein sucht, kommt mittwochs ab 17 Uhr durch die Hallentür.
Jede Mannschaft stellt eine Trainerin oder einen Trainer für eine jüngere Altersklasse. Wer in der Damen 1 spielt, übernimmt eine D-Jugend. Wer aufhört, bleibt zwei Jahre im Übungsleiter-Pool.
Spielte selbst von 1994–2008 in der Damen 1 (Rückraum links). Vorsitzende seit 2021. Trifft sich am liebsten am Mittwoch im Hallenflur.
Drei Kinder, alle in der HSG-Jugend (E, C, B). Verantwortlich für Sponsoring und Vereinsfinanzen. Schreibt im Vereinsheft die Glosse „Aus der Box".
Hat den Verein 2017 bilanztechnisch saniert. Trinkt Kaffee schwarz, redet ungern über Zahlen außerhalb der Mitgliederversammlung.
Spielte zehn Jahre Bezirksliga, davon vier in Belek (TR). Verantwortet Trainerakademie und Spielerentwicklung — und das Auswärts-Catering.
Koordiniert neun Jugendmannschaften und zwei Schulkooperationen. Hat den Begriff „Eltern-Kompass" eingeführt — und durchgesetzt.
Vertreter:innen aus Jugend, Schiedsrichterwesen, Halle, Senioren, Förderverein und Stadtsport. Treffen monatlich, lesen alle Protokolle.
Aufwandsentschädigung nach Tabelle, Ausbildung übernimmt der Verein, Mentor:in für die ersten zehn Spiele inklusive.